Fachtagung: Anforderungen an Hebammen in der Versorgung von Frauen und Familien

Freitag, 16. April 2010 von 10:30-13:30 Uhr,

Fachhochschule Osnabrück, Caprivistraße 30A, Gebäude CN, Raum CN 0001 

Weitere Informationen und Programm hier

 

Internationale Hebammenforschung

Erste Fachtagung an der Fachhochschule Osnabrück, 12.11.2009

Hebammenforschung – was ist das? Was kann sie für die praktische Arbeit und die bessere Versorgung von Frauen und Kindern leisten? Welchen Stellenwert misst sie den individuellen Erfahrungen und Sichtweisen von Frauen und Hebammen zu?

 

Die erste Fachtagung zur internationalen Hebammenforschung versuchte, auf diese Fragen Antworten zu geben und ein Forum zum Austausch und für Diskussionen zu bieten. Willkommen waren alle interessierten Hebammen, und sie folgten der Aufforderung zahlreich. 200 Kolleginnen aus Forschung, Lehre und Praxis verlebten einen inspirierenden Tag mit vielen Vorträgen, Diskussionen und Begegnungen.

 

Obwohl international schon länger etabliert, steckt die Hebammenforschung in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Die Teilnehmerinnen kamen daher aus neun europäischen Ländern und den USA, die Tagungssprache war Englisch. Dem Verständnis tat dies keinen Abbruch – eine Simultanübersetzung sorgte dafür, dass jede Teilnehmerin den Beiträgen folgen und Fragen stellen konnte.

 

Die vorgestellten Forschungsprojekte berührten unterschiedliche Aspekte der Hebammenarbeit. Prof. Friederike zu Sayn-Wittgenstein von der Fachhochschule Osnabrück und Prof. Cecily Begley vom Trinity College in Dublin skizzierten die Dimensionen der Hebammenkreißsäle in ihren Ländern sowie die Erkenntnisse über deren Effekt auf die Geburtshilfe und das Selbstverständnis der beteiligten Hebammen. Dr. Hanne Kjærgaard aus Kopenhagen stellte ihre Forschung zur Problematik der protrahierten Geburt vor. Sie untersuchte sowohl die möglichen Ursachen als auch die Sichtweise von Frauen und Hebammen auf das Thema und stellte kritische Fragen zur Begriffsdefinition.Prof. Billie Hunter aus Wales untersuchte, wie Hebammen ihre Fähigkeit zur klinischen Entscheidungsfindung entwickeln. Die Gesundheit von Frauen nach der Geburt war Thema einer großen schwedischen Studie, vorgestellt von Dr. Erica Schytt vom Karolinska Institut in Stockholm. Prof. Holly Kennedy aus den USA berichtete über Forschungen und Aktivitäten zur Förderung der normalen Geburt und gab uns einen Eindruck von der speziellen Problematik des Hebammenwesens in den USA.

 

Wie sehr die Beiträge das Interesse der Teilnehmerinnen trafen, wurde an der regen Diskussion am Ende des Tages deutlich. Teilnehmerinnen und Referentinnen stellten sich gemeinsam der Frage nach den Bedingungen einer sinnvollen Verzahnung von Forschung und Praxis. Einig waren sich alle, dass Hebammen eigene Daten erheben und diese mit anderen Hebammenforscherinnen, praktisch tätigen Hebammen, Ärztinnen, Politikerinnen, Frauen/Nutzerinnen und in der Öffentlichkeit diskutieren müssen.

Eine Hebamme brachte es beim Abschied auf den Punkt: „Ich bin froh, dass forschende Hebammen sich genau mit den Fragen beschäftigen, die ich mir in meiner täglichen Arbeit schon lange stelle.“

(Quelle: Ute Lange, Hebammenforum Dezember 2009, S. 1025)

 

Die Beiträge der Fachtagung können hier heruntergeladen werden.

 

Präsentation Sayn-Wittgenstein

 

Präsentation Begley

 

Präsentation Kjærgaard

 

Präsentation Hunter

 

Präsentation Schytt

 

Präsentation Kennedy


 Programm

Informationen zu den Referentinnen

   

 

Veranstalter: Verbund Hebammenforschung, Fachhochschule Osnabrück, Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften   

 

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Friederike zu Sayn-Wittgenstein

 

gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)