Hochschule Osnabrück - Hebammenforschung

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Entscheidungskriterien schwangerer Frauen

Ziel:              Untersuchung der Entscheidungskriterien für oder gegen eine Geburt im

                      Hebammenkreißsaal

Zielgruppe: Schwangere

Design:        deskriptive, qualitative Studie

Methode:     problemzentrierte Interviews mit je 40 Frauen vor und nach der Geburt anhand von

                      matched-pairs

Laufzeit:      01.02.2004 - 31.03. 2007

 

Das Modell des Hebammenkreißsaals stellt in Deutschland erstmalig ein Konzept dar, das sich vom Risikoblick der Geburtsmedizin löst und eine hebammengeleitete Geburtshilfe im klinischen Setting anbietet. Da der Hebammenkreißsaal in Deutschland ein noch sehr neues Modell ist, liegen bisher keine Erkenntnisse vor, in wie weit dieses Konzept die Bedürfnisse der Frauen/Paare trifft.

 

Vor diesem Hintergrund werden in der Studie die persönlichen Entscheidungskriterien von Frauen bei der Wahl des Geburtsortes untersucht. Besonderes Augenmerk wird auf Sicherheit vermittelnde Aspekte und den Stellenwert von Selbstbestimmung gelegt. Des Weiteren wird der Frage nachgegangen, ob Schwangere (und deren Partner) in der Lage sind, anhand der ihnen zur Verfügung stehenden Informationen, das für ihre Bedürfnisse angemessene Kreißsaalmodell zu identifizieren. In einem weiteren Schritt wird untersucht, in wie weit die während der Schwangerschaft getroffene Wahl auch nach der Geburt Bestand hat, oder ob sie in Anbetracht der Geburtserfahrung anders bewertet wird.

 

Eine genauere Identifizierung von Faktoren, die zur Entscheidung bei der Wahl des Geburtsortes herangezogen werden, der Informationsbeschaffung und -verarbeitung sowie den individuellen Entscheidungswegen wird erwartet. Weiter wird der biographische Hintergrund für die Entscheidung beleuchtet und ein Verständnis von der Bedeutung von Selbstbestimmung und dem Stellenwert von Sicherheitsaspekten gewonnen.

 

Die im Projekt "Entscheidungskriterien schwangerer Frauen" gewonnenen Erkenntnisse geben Einblick in den Informations- und Unterstützungsbedarf, den Frauen/ Paare haben, um sich in der Lage zu sehen, eine Entscheidung bezüglich des Geburtsortes zu treffen, die auch nach der Geburtserfahrung Bestand hat.

Die Ergebnisse können weiter für die Entwicklung einer bedürfnisorientierten Beratung für die Wahl des Geburtsortes genutzt werden.

Da im Hebammenkreißsaal nur Frauen mit niedrigem, bzw. ohne Ausgangsrisiko gebären können, werden ausschließ-lich Frauen befragt, für die laut Risikokatalog eine Geburt im Hebammenkreißsaal möglich wäre. 

Zielgruppe sind die Frauen, die eine Randomisierung (siehe Interventionsstudie "Betreuung während der Geburt") ablehnen, weil sie sich bereits für eines der beiden Kreißsaalmodelle entschieden haben, jedoch ansonsten bereit sind, an der Studie teilzunehmen. Es werden pro Kreißsaalmodell 20 Frauen, gematcht nach Alter und Parität, bezüglich ihrer Entscheidungskriterien zur Wahl des Kreißsaalmodells an zwei verschiedenen Zeitpunkten befragt.

 

Aufgrund der mäßigen Kenntnis von Aspekten, die für eine Entscheidung bezüglich des Geburtsortes herangezogen werden, kommen qualitative Verfahren zur Anwendung. Dies ermöglicht sowohl eine theoriegeleitete Forschung, als auch ein exploratives Vorgehen. Die Daten werden mittels problemzentrierter Interviews zu zwei Zeitpunkten erhoben. Die erste Befragung wird im letzten Schwangerschaftsdrittel durchgeführt, wenn eine Entscheidung bezüglich des Geburtsortes bereits getroffen ist. Die zweite Befragung findet nach der Geburt, am Ende/nach Abschluss des Wochenbettes statt und beleuchtet die zuvor genannten Entscheidungskriterien vor dem Hintergrund der Geburtserfahrung.

Für die Auswertung der Interviews wird ein qualitativ-inhaltsanalytisches Vorgehen eingesetzt, da dies die Identifizierung von relevanten Einzelfaktoren und die Konstruktion von möglichen Zusammenhängen ermöglicht und so die Komplexität des Forschungsgegenstandes erfasst werden kann.

 

Projektleiterin:

Prof. Dr. phil. Petra Kolip

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Oda von Rahden, Diplom Psychologin, Hebamme

 

 

Kontakt:

 

Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS)

Linzer Str. 8-10, 28359 Bremen

 

Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP), Universität Bremen 

Grazer Str. 2, 28359 Bremen

Tel.: 0421 - 218 4603

http://www.praevention.uni-bremen.de

 

Email: rahden@uni-bremen.de

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