Hochschule Osnabrück - Hebammenforschung

Druckansicht der Seite:   HS OsnabrückFakultät WiSo > 

Seite ausdrucken? Druckversion

Projekt "Handlungsleitlinien bei medizinischen Interventionen"

Ziel:              Untersuchung von Kriterien für den Einsatz von Geburtseinleitung, CTG, Episiotomie

                      und Kaiserschnitt bei ÄrztInnen und Hebammen

Zielgruppe: ÄrztInnen, leitende Hebammen und VerwaltungsdirektorInnen

Design:        deskriptive, qualitative Studie

Methode:     problemzentrierte Interviews mit ÄrztInnen, leitenden Hebammen sowie Verwaltungs-

                      direktorInnen

Laufzeit:      01.02.2004- 31.12.2007

 

In der Versorgungsforschung im Bereich geburtshilflicher Betreuung, Diagnostik und Therapie wird allgemein der Schwerpunkt auf Outcome-Orientierung gelegt. So belegen vergleichende Studien von Hebammengeburtshilfe und ärztlich geleiteter Betreuung eine niedrigere Frequenz von Interventionen in der Hebammengeburtshilfe bei gleichen Outcomewerten. Geburtshilfliche Handlungsleitlinien, welche ursächlich möglicherweise in nicht unerheblichem Maße an diesen Unterschieden beteiligt sind, werden aus Wissenschaftsperspektive bisher nur unzureichend berücksichtigt.

 

Das Projekt möchte deshalb Handlungsleitlinien geburtshilflicher ExpertInnen (v.a. ÄrztInnen, leitende Hebammen) und der Verwaltungsleiter bezüglich ausgewählter geburtshilflicher Interventionen (Kaiserschnitt, Geburtseinleitung, CTG-Dauerüberwachung und Episiotomie) untersuchen. Von besonderem Interesse ist, zu analysieren, welches die ausschlaggebenden Entscheidungskriterien sind, eine Maßnahme durchzuführen oder sie zu unterlassen. Dabei finden nicht ausschließlich medizinische Aspekte Beachtung, ebenso können Dimensionen nicht medizinischer Genese von Belang sein. Weiterhin wird der Einfluss der Implementierung eines Hebammenkreißsaales auf Handlungsleitlinien analysiert.

 

Folgende Forschungsleitfragen stehen im Fokus des Interesses:

 

 

Ziel der Untersuchung ist es, Einflussdimensionen geburtshilflicher Entscheidungsprozesse darstellen zu können. Die Ergebnisse der Studie werden in einer abschließenden Synopse unter Einbeziehung der Interventionsraten der Kliniken und der beim Zentrum für Qualitätsmanagement (ZQ) in Hannover vorliegenden Gesamtdaten der Perinatalergebnisse für Bremen und Niedersachsen sowie der Ergebnisse aus den anderen Projekten des Verbundes Hebammenforschung als geburtshilfliche Handlungsleitlinien illustriert.

 

Weiterhin ist beabsichtigt, sowohl das Betriebs- als auch das Kontextwissen der befragten Personengruppen zu erfassen und unter Berücksichtigung bereits bestehender internationaler und nationaler Leitlinien sowie der Einbeziehung systematischer Reviews und randomisierter kontrollierter Studien zu Empfehlungen für die Entwicklung abteilungsinterner Handlungsleitlinien zu gelangen.

 

Die Untersuchungsergebnisse sollen darüber Aufschluss geben, was maßgebliche Determinanten klinischer Entscheidungsprozesse sind. Diese Erkenntnisse sind insbesondere für die bislang noch unzureichende Entwicklung von Leitlinien bezüglich geburtshilflicher Versorgungskonzepte in der Bundesrepublik von Belang und tragen somit wesentlich zur Qualitätsverbesserung und Qualitätssicherung bei.

 

Der explorative Forschungscharakter, der nach Sinngebungs- und Relevanzstrukturen geburtshilflicher ExpertInnen fragt, macht einen qualitativen Forschungsansatz obligat. Es werden (semi-)strukturierte problemzentrierte Interviews nach Witzel (2000) durchgeführt. Diese Interviewmethode lässt es zu, von Befragten selbst formulierte subjektive Wahrnehmungen und Verarbeitungsweisen zu eruieren. Die Experteninterviews (vgl. Meuser & Nagel 1995) werden in zwei geburtshilflichen Abteilungen (eine Referenzklinik mit und eine Kontrollklinik ohne Hebammenkreißsaal) mit den dort tätigen Ärztinnen und Ärzten zu zwei Erhebungszeitpunkten durchgeführt. Felderschließend werden außerdem die leitenden Hebammen sowie die Verwaltungsdirektoren der beiden Kliniken befragt. Das Interviewmaterial wird durch vorwiegend induktiv entwickelte Kategorien systematisch mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2000) ausgewertet.

 

Ergebnisse des Projektes siehe

www.maternal-health.uni-osnabrueck.de/418.htm

 

 

Projektleiterin:

Prof. Dr. med. Beate Schücking

 

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:

Dr. Claudia Hellmers, Dipl. Pflegewissenschaftlerin (FH), Hebamme (15.01.2005 - 31.12.2007)

Britta Ellerbrock, Diplom Berufspädagogin, Hebamme (01.02.2004 - 31.10. 2004)

 

Studentische Mitarbeiterin: Stefanie Ott (bis Mai 2006)

Wissenschaftliche Hilfskraft: Astrid Krahl, Dipl. Pflegewirtin (FH), Hebamme (August 2006 - Oktober 2007)

 

 

 

Foto: C. Igney

 

Kontakt:

Universität Osnabrück             .    

Albrechtstr. 28

49069 Osnabrück

 

Tel.: 0541/969-2270

Fax: 0541/969-2450

 

Email: chellmer@uos.de

 

http://www.maternal-health.de

Nach oben